Hingabe durchkreuzt alle Systeme – sogar den Tod.

Was Karfreitag uns in der Kirche heute bedeuten kann und wie es über Ostern hinaus weist. Melanie Rems hat dies als Beitrag für den Blog empfohlen.

Eine Predigt von Pfarrer Markus Hoitz, Königswinter 2021

Meine Schwestern und Brüder im Herrn, unsere klassischen Kreuzwege kennen 14 Stationen. Bei der letzten Station wird Jesus ins Grab gelegt. Vielleicht müsste man heute eine 15te Station hinzufügen. Sie überspringt die Auferstehung und Himmelfahrt des Gekreuzigten. Die 15te Station heißt „Missbrauch“. 

Und damit meine ich nicht nur den „sexuellen Missbrauch“, denn Missbrauch fängt wesentlich früher an. Der sexuelle Missbrauch ist nur das Ende vom Lied, sozusagen die letzte Strophe. Missbrauch fängt da an, wo ich meine Wahrheit absolut setze. Da gilt dann nur meine Wahrheit und alle anderen haben sich meiner Wahrheit zu beugen. 

„Die Wahrheit wird euch frei machen“, so heißt es im Johannes-Evangelium (Joh 8, 32). Schön und gut. Aber wenn ich – z.B. als Pastor – es bin, der festlegt was die Wahrheit ist, dann ist es mit der Freiheit vorbei. Und wenn es das Lehramt der Kirche ist, das festlegt, was die Wahrheit ist, dann ist es mit der Freiheit ebenso vorbei. 

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In wessen Vollmacht?

Ein Kommentar von Gerd Weckwerth

 „In der Kirche gibt es keine Macht, sondern nur Vollmacht“ Dieser Spruch des früheren Kölner Erzbischofs Meisner auf die Kritik, er hätte sein Amt der Macht Roms zu verdanken, scheint sich jetzt nach mehr als 30 Jahren in besonders negativer Weise zu bestätigen.

Die große Zahl an Verfehlungen, die das von seinem Nachfolger Kardinal Woelki in Auftrag gegebene 2. Gutachten ihm und engsten Mitarbeitern vorwerfen, verdeutlicht ein gestörtes Verhältnis zur irdischen Macht. Wie ein nachträgliches Motto seiner Amtszeit, hört sich jetzt dieser besonders für Außenstehende arrogant klingende Verweis auf eine quasi vom Himmel fallende Vollmacht an.

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Unter dem offenen Himmel

Versuch einer Antwort von Lisa Kötter am 19. März 2021 auf die Veröffentlichung des zweiten Gutachtens zum Umgang mit Fällen sexualisierter Gewalt im Erzbistum Köln.

Lisa Kötter ist Mitgründerin der Bewegung Maria 2.0 aus Münster

Wenn auch nur EIN Mensch verletzt wurde oder wird, um ein Amt zu schützen, dann hat dieses Amt die Würde verloren. Das gilt für monarchische wie demokratische Amtsinhaber. Die Würde der Mächtigen stirbt da, wo sie die Würde der Ohnmächtigen verletzen. Die Würde unserer Kirche starb mit der ersten Gewalttätigkeit und deren Vertuschung zwecks Heiligkeits-Vorspiegelung.

Denn damit verriet und verrät diese römische Kirche DEN, von dem sie behauptet, es sei SEINE Kirche. Denn ER, der gesagt hat: „was Ihr den Geringsten tut, das tut ihr mir“, Jesus selbst, ist es, dessen Würde auf dem Altar der Macht und der Glorie geopfert wird.

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„Kirche im Nebel“ – Antrag des Ak Erneuerung im ND-Rat

Zur Bestärkung der Reformen auf dem Synodalen Weg hat der Akrbeitskreis „Erneuerung der Kirche“ einen Antrag an den ND-Rat gestellt. Der Rat tagt am Samstagnachmittag mitgliedsöffentlich.

„Kirche im Nebel – Die Eigenverantwortung aller Katholikinnen und Katholiken achten und stärken“ hat Wolfgang Kramer den Antrag überschrieben. Über diesen Entwurf ist beim Verbandskasten im Plenum und in einer Textwerkstatt diskutiert worden.

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Mehr Beteiligung & Transparenz – ND-Rat tagt am Samstag digital und mitgliedsöffentlich

Premiere am Samstag, den 27. März ab 14:30 Uhr. Erstmalig tagen die knapp vierzig Ratsmitglieder digital. Die Tagesordnung und die Anträge stellen wir diese Woche im ND-Blog vor. Die digitalen Beratungen und Entscheidungen sind den Corona-Restriktionen geschuldet.

Die ND-Bundesleitung will aktiv diese Chance nutzen. um die Ratsdebatten verbandsöffentlich und mitgliedertransparent zu gestalten. Alle Mitglieder können sich online anmelden. Dann bekommen sie die Tagesordung, Ratsunterlagen und den Zoom-Link rechtzeitig zugemailt.

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Unterscheidung – Gerechtigkeit – Mut

OrdensFrauen für MenschenWürde unterstützen den Synodalen Weg

Sr. Susanne Schneider MC, München
Sr. Hilmtrud Wendorff CJ, Nürnberg

Im Sommer/Herbst 2018 hat sich eine Gruppe von Ordensfrauen aus dem Großraum München zur Gruppe OrdensFrauen für MenschenWürde zusammengefunden. Angesichts einiger Entwicklungen in Gesellschaft und Kirche wollten wir nicht länger schweigen, sondern in der Öffentlichkeit gemeinsam unsere Stimme erheben. Zunächst stand die Aufnahme von Flüchtlingen im Vordergrund, nachdem einzelne Gemeinschaften von uns schon jahrelang Frauen im Kirchenasyl beherbergt hatten. Doch schon bald kamen weitere wichtige Anliegen hinzu. So formulieren wir unsere Ziele im Frühjahr 2019 wie folgt:

  • Für die Würde eines jeden Menschen:
    für ein geschwisterliches Miteinander; für das Recht der Schwächeren; für Respekt und Dialog; für Gewaltfreiheit.
  • Für Solidarität mit den geflüchteten Menschen:
    für Kirchenasyl; für Bekämpfung der Fluchtursachen; für Klimaschutz; für einen Stopp der Waffenexporte.
  • Für Reformen in der Kirche:
    für ein gleichwertiges Miteinander von Frauen und Männern; für die konsequente Aufarbeitung von Missbrauchsfällen; für eine überfällige Überarbeitung der kirchlichen Sexuallehre; für die Zulassung von Frauen zu allen kirchlichen Ämtern und Funktionen.

Eure Ziele sind unsere Ziele

Unsere Ziele aus „für Reformen in der Kirche“ korrespondieren mit den vier Foren des Synodalen Weges:

  • Macht und Gewaltenteilung in der Kirche
  • gemeinsame Teilnahme und Teilhabe am Sendungsauftrag
  • Priesterliche Existenz heute
  • Liebe leben in Sexualität und Partnerschaft
  • Frauen in Diensten und Ämtern in der Kirche.

Diese weitgehende Übereinstimmung ist kein Zufall: Der synodale Weg greift die Anliegen auf, die viele Reformgruppen, Verbände und Einzelne seit Jahren oder Jahrzehnten als Themen qualifizieren, die um des Evangeliums willen zu besprechen und zu bearbeiten sind.

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Erneuerung der Kirche mit kräftigen Farben ausmalen – Vernetzungstreffen am Freitag

Eine Aufforderung von Markus Grimm, Christoph Mauermann, Wolfgang Kramer & Joe Menze

Ad hoc-Gruppe ‚Den ND profilieren‘

Seit längerem denken wir im ND-Rat und in der Leitung darüber nach, wie wir dem ND ein stärkeres öffentliches Profil verleihen können. Auf dem letzten Herbstrat hat Claudia Lücking-Michel zutreffend festgestellt, dass wir im ND „politisch untertourig“ gefahren sind. Um allen Missverständnissen sofort vorzubeugen: ‚Politisch’ verstehen wir natürlich nicht als parteipolitisch, sondern als interessiert an den gesellschaftlichen Fragen und Entwicklungen. In der Kirche begreifen und leben wir Verbände als Transmissionsriemen zur Gesellschaft. Und im ND-Namen ist programmatisch ja ein Neugestaltungsauftrag angelegt.

Die Fragen der kirchlichen Erneuerung sehen wir als ein zentrales Feld an, in dem wir als Verband Profil zeigen können. Und müssen. Denn im Augenblick spitzen sich die Kontroversen um überfällige Reformen zu. Beim Synodalen Weg stehen für Herbst erste Lesungen über Beschlussvorlagen an. Von besonderer Bedeutung für den ND sind die Foren zur Macht und Partizipation, die zentrale Fragestellung, und zur Rolle der Frauen. Mitte März veröffentlicht das Erzbistum Köln ein Zweitgutachten. Der Thesenanschlag hat schlaglichtartig erneut gezeigt, wieviel Sprengkraft in den Themen steckt.

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Schweigen herrschte wirklich lang genug

In einem hörenswerten Interview mit dem Deutschlandfunk erklärte letzte Woche Lisa Kötter: „Gefährlich macht uns, glaube ich, dass wir keine Vereinigung von Theologen sind, die darüber diskutieren, wie viele Engel auf die Kirchenspitze passen, sondern dass die Bewegung Maria 2.0 tatsächlich aus der Mitte der Gemeinden kam. Das sind Frauen, die jahrzehntelang teilweise ihre Dienste in der Kirche ehrenamtlich versehen haben, wir haben zwar auch Theologinnen, viele studierte Frauen, in der Bewegung. Aber im Grunde sprechen wir mit der Stimme derer, die sich einfach auf das Evangelium berufen und diese ganzen Machtspielchen nicht mitmachen.“

„Schweigen war gestern“, hat Lisa Kötter ihr Buch überschrieben, das am 1. März erscheint und aus dem sie beim Frauenkonklave zu Beginn des AufbruchKongresses gelesen hat. Die freischaffende Malerin aus Münster und in der Gemeinde Heilig Kreuz eine „ganz normale Kirchgängerin“ gehört zum Gründungskern von Maria 2.0. 

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Was ich von Maria 2.0 halte …

Ein Zwischenruf von Ottmar John

Maria 2.0 ist eine Reaktion auf die Verschärfung der Krise des kirchlich verfassten Christentums, vor allem auf die speziellen Krisensymptome der katholischen Kirche. Aktiv auf die Krise zu reagieren ist gut.

Maria 2.0 gibt denen eine Identifikationsmöglichkeit, für die alle oder einige ihrer Forderungen selbstverständlich und überfällig sind. In meinem persönlichen kirchlichen Nahbereich bin ich niemanden begegnet, der die Forderungen von Maria 2.0 ablehnte. In Krisen ist Streit unausweichlich. Schlimmer als Streit ist Verbitterung.

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Nachlese zum Thesenanschlag von Maria 2.0 am 21. Februar

Resümee Maria 2.0 übermittelt von Renate Spannig, die die Thesen mit formuliert und auch die Aktion koordiniert hat.

Wir, die Bewegung Maria 2.0, sind überwältigt von der Resonanz auf den Thesenanschlag vom vergangenen Wochenende. Wir freuen uns über eine große Beteiligung und Unterstützung aus 19 Bistümern, in denen die Thesen Maria 2.0 an über 1.000 Dom- und Kirchentüren aufgehängt wurden. Dies geschah an vielen Orten in Kooperationen mit den großen Frauenverbänden KFD, KDFB oder bereits länger bestehenden Reformbewegungen wie Wir-sind-Kirche.

Insgesamt wurde der Thesenanschlag an den Dom- und Kirchentüren von Passanten vor Ort, Interessierten im Netz, den Print- und Online-Medien sowie den großen TV Sendern sehr positiv aufgenommen und kommentiert. 

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