Immer diese verflixte Öffentlichkeit. – Hier ist Dein Rat gefragt.

Wie entschieden positioniert sich der ND und wer entscheidet über öffentliche Erklärungen? Und: Können Ausgetretene überhaupt ND-Mitglied sein?

„Kirche im Nebel“. Der Beschluss des ND-Frühlingsrates 2021 liegt gefühlte Ewigkeiten zurück. Ihr erinnert Euch?  Der Kölner Kardinal Joachim Meisner hatte eine Akte namens „Brüder im Nebel“ geführt. Sein Geheimsekretär und Nachfolger Kardinal Rainer Woelki vermittelte anlässlich der Veröffentlichung eines Zweitgutachten den Eindruck einer Unbeteiligtheit und Wenig-Betroffenheit.

Neben der Kritik am kölschen Klüngel forderte der ND-Rat mit einer satten Drei-Viertel-Mehrheit die Eigenverantwortung der Katholikinnen und Katholiken zu achten und zu stärken und formulierte Erwartungen an Aufklärungswillen und an die Synodale Versammlung.

Aschermittwoch dieses Jahr. Die „Kernschmelze“, so der Diözesanratsvorsitzende Tim Kurzbach, nimmt ihren Gang und führt zu langen Schlangen von Austrittsentschlossenen vor den Amtsgerichten.

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Beauftragung und Sendung – Glaubenszeugnis vor Ort im Gasthaus

Ein Reisebericht über jesuanische Gastfreundschaft in Mainz von Norbert Mazurowicz

Als der „kirchliche Geheimdienst“ 1998 der ND Gruppe, Thomas-Ketteler-Kreis in Mainz, hinter vorgehaltener Hand die Ankunft eines neuen Paters bei den Dominikanern avisierte, der dem Bund ND angehören soll, da war Diethard längst Teilnehmer einer Untergruppe des erwähnten erlauchten ND Kreises, dem legendären ND Wanderstammtisch.

Schon im Vorfeld seines Umzugs hatte er mit unserem Regional- und Gruppenleiter Kontakt aufgenommen. Er selbst war ein bekennender Stammtischler und hat Diethard direkt zum nächsten Stammtisch eingeladen und ihm auch die für diesen Donnerstag erwählte Gaststube mitgeteilt, die er in der fremden Stadt ohne Probleme fand. Zum Einstieg bekannte er, für ihn sei die Teilnahme an so einem Stammtisch keine Frage, natürlich käme er nun Donnerstag Abends zu uns. Auch unsere Warnungen über die Besonderheiten dieser Truppe prallten an ihm ab, – und er hat sich später auch nie beschwert, ich fürchte fast, er hat sich amüsiert.

In kurzen Stichworten: dieser Stammtisch wanderte von Gast/Weinstube zu Gaststube. Wir kannten alle Kneipen, in vielen hatten wir direkten Kontakt zur Wirtin oder wahlweise dem Bedienungspersonal. Die Meisten freuten sich, wenn wir zu ihnen kamen.

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Zeitzeugeninnen und Zeitzeugen gesucht – Uni Paderborn recherchiert zum Missbrauch im Erzbistum

Gern geben wir dazu einen Aufruf weiter. Von Joe Menze.

Spätestens nach dem aktuellen Westpfahl Spilker Wastl-Gutachten aus München wissen wir, dass Zeitzeugengespräche zur Aufarbeitung und Erhellung der Taten sexuellen und spirituellen Missbrauchs äußerst wichtig sind. Die Perspektive der Betroffenen spiegelt sich sträflich selten in der Aktenlage. Systematisch versuchten sich die verantwortlichen Kirchenleitungen lieber die Täter und Institution zu schützen. Das In erschreckender Deutlichkeit haben alle Analysen und Gutachten dies herausgearbeitet.

Für das Erzbistum Paderborn ist die staatliche Universität Paderborn mit einer unabhängigen Studie zum „Sexueller Missbrauch von Minderjährigen durch Kleriker und Ordenspriester im Dienst des Erzbistums Paderborn“ beauftragt, Der Zeitraum umfasst die Zeit der Erzbischöfe Lorenz Jaeger und Johannes-Joachim Degenhardt. Beide Kardinäle sind auch im ND Mitglieder gewesen.

Der Aufruf im Wortlaut:

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„Was kann man überhaupt noch erwarten und glauben?“ – Zweifel und Hoffnung vor der Synodalen Versammlung

Ein „Offener Brief“ geht auf die Reise. Und die Aussichten sind ungewiss. Beobachtungen von Joe Menze

Das Spannendste an Pressekonferenzen sind nicht die vorbereiteten und meistens erwartbaren Statements, sondern die Antworten auf die Nachfragen der Journalist*innen. Gestern hatte die Initiative „Wir sind Kirche“ eine hochkarätige Gruppe von  höchst kritischen Kirchen-Liebhaber*innen zur Pressekonferenz zusammengebracht, gut 24 Stunden, bevor 30 Organisationen einen „Offenen Brief“ an das Synodalpräsidium überreichen. Auch die ND-Leitung hat ihn für den Verband mitgezeichnet. Ich verfolgte die PK mit einem Muslim, der politisch sachverständig höchst interessiert das katholische Panoptikum beobachtete.

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„Der Kardinal“ – Ak Erneuerung startet kollektive Roman-Lektüre

Gemeinsame Lektüre in Corona-Zeiten. Ein Aufruf an Bundesgeschwister, Sympathisanten & Interessierte von Dr. Ulrich Reichmann

Der Arbeitskreis Erneuerung der Kirche startet ins neue Jahr mit einem Experiment, schreibt Ak-Leiter Dr. Ulrich Reichmann an interessierte Bundesgeschwister. „Wir möchten mit Euch gemeinsam ein Buch lesen, den Roman ‚Der Kardinal‘ von Henry Morton Robinson aus dem Jahre 1950. Das vor-konziliare Buch stammt aus der guten alten Zeit – einer heilen katholischen Welt – und spielt ab 1915 in Boston in den USA.

Der irisch-stämmige Autor Morton Robinson entstammt einer 13-köpfigen Familie und läßt auch seinen Helden, Jungkaplan Stephen Fermoyle, diesem Milieu entsprießen. Morton Robinson kann schreiben, er beschreibt die damalige historische, geographische und kirchlich-politische Situation brilliant und packend.

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„Mit Mut unterwegs auf dem Synodalen Weg“

Mehr Synodalität wagen, fordert der ND-Herbstrat und hat mit großer Mehrheit einen unterstützenden Antrag beschlossen – Von Joe Menze

Von Joe Menze

Im ND beschäftigen wir schon lange mit dem synodalen Gedanken, etwa mit der von Rolf Eilers initiierten Hirschberg–Ausgabe zur Synode. Im Beschuss zur „gegenwärtigen Lage der katholischen Kirche in Deutschland“ (Köln 2019) haben wir konkrete Forderungen seitens des ND an die synodale Debatte formuliert. Mit unseren Stellungnahmen zu den aktuellen Entwicklungen „Suche nach Wahrheit ist eine Frage der Moral“ (Nov. 2020) „Kirche im Nebel“ (März 2021) haben wir Erwartungen des ND an den synodalen Weg formuliert.

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Hingabe durchkreuzt alle Systeme – sogar den Tod.

Was Karfreitag uns in der Kirche heute bedeuten kann und wie es über Ostern hinaus weist. Melanie Rems hat dies als Beitrag für den Blog empfohlen.

Eine Predigt von Pfarrer Markus Hoitz, Königswinter 2021

Meine Schwestern und Brüder im Herrn, unsere klassischen Kreuzwege kennen 14 Stationen. Bei der letzten Station wird Jesus ins Grab gelegt. Vielleicht müsste man heute eine 15te Station hinzufügen. Sie überspringt die Auferstehung und Himmelfahrt des Gekreuzigten. Die 15te Station heißt „Missbrauch“. 

Und damit meine ich nicht nur den „sexuellen Missbrauch“, denn Missbrauch fängt wesentlich früher an. Der sexuelle Missbrauch ist nur das Ende vom Lied, sozusagen die letzte Strophe. Missbrauch fängt da an, wo ich meine Wahrheit absolut setze. Da gilt dann nur meine Wahrheit und alle anderen haben sich meiner Wahrheit zu beugen. 

„Die Wahrheit wird euch frei machen“, so heißt es im Johannes-Evangelium (Joh 8, 32). Schön und gut. Aber wenn ich – z.B. als Pastor – es bin, der festlegt was die Wahrheit ist, dann ist es mit der Freiheit vorbei. Und wenn es das Lehramt der Kirche ist, das festlegt, was die Wahrheit ist, dann ist es mit der Freiheit ebenso vorbei. 

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In wessen Vollmacht?

Ein Kommentar von Gerd Weckwerth

 „In der Kirche gibt es keine Macht, sondern nur Vollmacht“ Dieser Spruch des früheren Kölner Erzbischofs Meisner auf die Kritik, er hätte sein Amt der Macht Roms zu verdanken, scheint sich jetzt nach mehr als 30 Jahren in besonders negativer Weise zu bestätigen.

Die große Zahl an Verfehlungen, die das von seinem Nachfolger Kardinal Woelki in Auftrag gegebene 2. Gutachten ihm und engsten Mitarbeitern vorwerfen, verdeutlicht ein gestörtes Verhältnis zur irdischen Macht. Wie ein nachträgliches Motto seiner Amtszeit, hört sich jetzt dieser besonders für Außenstehende arrogant klingende Verweis auf eine quasi vom Himmel fallende Vollmacht an.

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Unter dem offenen Himmel

Versuch einer Antwort von Lisa Kötter am 19. März 2021 auf die Veröffentlichung des zweiten Gutachtens zum Umgang mit Fällen sexualisierter Gewalt im Erzbistum Köln.

Lisa Kötter ist Mitgründerin der Bewegung Maria 2.0 aus Münster

Wenn auch nur EIN Mensch verletzt wurde oder wird, um ein Amt zu schützen, dann hat dieses Amt die Würde verloren. Das gilt für monarchische wie demokratische Amtsinhaber. Die Würde der Mächtigen stirbt da, wo sie die Würde der Ohnmächtigen verletzen. Die Würde unserer Kirche starb mit der ersten Gewalttätigkeit und deren Vertuschung zwecks Heiligkeits-Vorspiegelung.

Denn damit verriet und verrät diese römische Kirche DEN, von dem sie behauptet, es sei SEINE Kirche. Denn ER, der gesagt hat: „was Ihr den Geringsten tut, das tut ihr mir“, Jesus selbst, ist es, dessen Würde auf dem Altar der Macht und der Glorie geopfert wird.

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„Kirche im Nebel“ – Antrag des Ak Erneuerung im ND-Rat

Zur Bestärkung der Reformen auf dem Synodalen Weg hat der Akrbeitskreis „Erneuerung der Kirche“ einen Antrag an den ND-Rat gestellt. Der Rat tagt am Samstagnachmittag mitgliedsöffentlich.

„Kirche im Nebel – Die Eigenverantwortung aller Katholikinnen und Katholiken achten und stärken“ hat Wolfgang Kramer den Antrag überschrieben. Über diesen Entwurf ist beim Verbandskasten im Plenum und in einer Textwerkstatt diskutiert worden.

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