Macht-bewusst-sein: Die Münsteraner Missbrauchsstudie und bischöfliche Antworten

Ein Kommentar von Joe Menze

17. Juni: Da war doch was? Wer erinnert sich nicht an die schwarz-weißen Bilder von aufgebrachten Menschen voller Freiheitswillen? An Personen, die mit Steinwürfen verzweifelt versuchen, Panzer aufzuhalten. Der Volksaufstand gegen die ignorante SED-Parteiführung wird 1953 gewaltsam niedergeschlagen. Im Anschluss beginnt mit der Flucht aus der DDR eine Abstimmung mit den Füßen.

Den heutigen Zustand der katholischen Kirche vergleichen manche mit dem des damals zusammenbrechenden Regimes. 1989 eine Führungsriege alter Männer, längst abstinent von ihren Ursprungsidealen, nur noch auf ihren Machterhalt fixiert und meilenweit entfernt von der Wirklichkeit in ihrem Land.

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Immer diese verflixte Öffentlichkeit. – Hier ist Dein Rat gefragt.

Wie entschieden positioniert sich der ND und wer entscheidet über öffentliche Erklärungen? Und: Können Ausgetretene überhaupt ND-Mitglied sein?

„Kirche im Nebel“. Der Beschluss des ND-Frühlingsrates 2021 liegt gefühlte Ewigkeiten zurück. Ihr erinnert Euch?  Der Kölner Kardinal Joachim Meisner hatte eine Akte namens „Brüder im Nebel“ geführt. Sein Geheimsekretär und Nachfolger Kardinal Rainer Woelki vermittelte anlässlich der Veröffentlichung eines Zweitgutachten den Eindruck einer Unbeteiligtheit und Wenig-Betroffenheit.

Neben der Kritik am kölschen Klüngel forderte der ND-Rat mit einer satten Drei-Viertel-Mehrheit die Eigenverantwortung der Katholikinnen und Katholiken zu achten und zu stärken und formulierte Erwartungen an Aufklärungswillen und an die Synodale Versammlung.

Aschermittwoch dieses Jahr. Die „Kernschmelze“, so der Diözesanratsvorsitzende Tim Kurzbach, nimmt ihren Gang und führt zu langen Schlangen von Austrittsentschlossenen vor den Amtsgerichten.

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Drei Städte ringen um die Vorherrschaft – Hier ist Dein Rat gefragt

Bonn, Ludwigshafen, Münster – Wo sollen wir uns zu den ND-Kongressen 2023 und 2024 treffen?

Zu den großen Mysterien im ND gehört die Frage, was gibt den Ausschlag, wenn es um den Kongress geht. Soviel ist in der Satzung verankert, der Rest ist freies Spiel der Kräfte: „Der ND-Rat legt Ort und Zeit des ND-Kongresses mindestens zwei Jahre im Voraus fest. Mindestens 18 Monate im Voraus bestimmt der ND-Rat ein Thema und wählt bis zu fünf Mitglieder einer Programmkommission. Der Programmkommission gehören zudem ein Mitglied der ND-Leitung sowie der ND-Geschäftsstelle an.“

Überraschung!  Ja, die Ratsmitglieder entscheiden tatsächlich über den Ort des ND-Kongresses 2024. Vorher aber ist Nachsitzen angesagt, denn der Herbstrat 2021 konnte sich nicht für eine Kongressstadt entscheiden.

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Ein Drittel der Leitung wird neu gewählt – Hier ist Dein Rat gefragt

Eine Vorschau auf den digitalen ND-Rat in mehreren Teilen.

Mist, sagte ein alterfahrenes Ratsmitglied zu mir, beim digitalen Rat habe ich gar nicht die Zugfahrt, um die Ratsunterlagen (Dieser Frühlingsrat: 22 Seiten) zu studieren. Lies‘ doch einfach diesen Next-Day-Blog, wo wir die wichtigsten Entscheidungen kurz & knapp glossieren. Außerdem hat ein digitaler Rat den ungeheuren Vorteil, dass sich neben den Ratsmitgliedern weitere Bundesgeschwister hineinzoomen können.

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Beauftragung und Sendung – Glaubenszeugnis vor Ort im Gasthaus

Ein Reisebericht über jesuanische Gastfreundschaft in Mainz von Norbert Mazurowicz

Als der „kirchliche Geheimdienst“ 1998 der ND Gruppe, Thomas-Ketteler-Kreis in Mainz, hinter vorgehaltener Hand die Ankunft eines neuen Paters bei den Dominikanern avisierte, der dem Bund ND angehören soll, da war Diethard längst Teilnehmer einer Untergruppe des erwähnten erlauchten ND Kreises, dem legendären ND Wanderstammtisch.

Schon im Vorfeld seines Umzugs hatte er mit unserem Regional- und Gruppenleiter Kontakt aufgenommen. Er selbst war ein bekennender Stammtischler und hat Diethard direkt zum nächsten Stammtisch eingeladen und ihm auch die für diesen Donnerstag erwählte Gaststube mitgeteilt, die er in der fremden Stadt ohne Probleme fand. Zum Einstieg bekannte er, für ihn sei die Teilnahme an so einem Stammtisch keine Frage, natürlich käme er nun Donnerstag Abends zu uns. Auch unsere Warnungen über die Besonderheiten dieser Truppe prallten an ihm ab, – und er hat sich später auch nie beschwert, ich fürchte fast, er hat sich amüsiert.

In kurzen Stichworten: dieser Stammtisch wanderte von Gast/Weinstube zu Gaststube. Wir kannten alle Kneipen, in vielen hatten wir direkten Kontakt zur Wirtin oder wahlweise dem Bedienungspersonal. Die Meisten freuten sich, wenn wir zu ihnen kamen.

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Zeitzeugeninnen und Zeitzeugen gesucht – Uni Paderborn recherchiert zum Missbrauch im Erzbistum

Gern geben wir dazu einen Aufruf weiter. Von Joe Menze.

Spätestens nach dem aktuellen Westpfahl Spilker Wastl-Gutachten aus München wissen wir, dass Zeitzeugengespräche zur Aufarbeitung und Erhellung der Taten sexuellen und spirituellen Missbrauchs äußerst wichtig sind. Die Perspektive der Betroffenen spiegelt sich sträflich selten in der Aktenlage. Systematisch versuchten sich die verantwortlichen Kirchenleitungen lieber die Täter und Institution zu schützen. Das In erschreckender Deutlichkeit haben alle Analysen und Gutachten dies herausgearbeitet.

Für das Erzbistum Paderborn ist die staatliche Universität Paderborn mit einer unabhängigen Studie zum „Sexueller Missbrauch von Minderjährigen durch Kleriker und Ordenspriester im Dienst des Erzbistums Paderborn“ beauftragt, Der Zeitraum umfasst die Zeit der Erzbischöfe Lorenz Jaeger und Johannes-Joachim Degenhardt. Beide Kardinäle sind auch im ND Mitglieder gewesen.

Der Aufruf im Wortlaut:

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Münsteraner Gesprächsabend zum Synodaler Weg am 25. August

Organisiert vom Diözesankomitee + von der Bistumzeitung ‚Kirche & Leben‘ – Ein Tipp von Bernhard Gleitz, Regionalleiter Münster.

Fragen über Fragen: Wie geht es weiter mit dem Synodalen Weg, dem Reformprozess der katholischen Kirche in Deutschland? Welche Chance haben die Wünsche vieler engagierter Katholikinnen und Katholiken nach einer Erneuerung der Kirche? Etwa nach mehr Beteiligung von Laien, besonders von Frauen in Diensten und Ämtern? Wie steht es um die Aufarbeitung von Missbrauch, wie um ein zeitgemäßes Verständnis von Macht, aber auch von Sexualität und Lebensformen? Welche Bedeutung hat der Zölibat der Pries­ter und Bischöfe noch – oder sollte er abgeschafft werden?

Und über all dem: Was von all diesen Themen kann überhaupt im Synodalen Weg entschieden werden, was gehört vielmehr nach Rom? Was kann hier und womöglich schon jetzt auf den Weg gebracht werden?

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Hildesheimer Erklärung: Segen für diese Welt

Die unten aufgeführten Verbände und Institutionen im Bistum Hildesheim, ua. der ND und die KSJ, zum Nein der vatikanischen Glaubenskongregation zur Segnung homosexueller Paare

Mit unserer Erklärung nehmen wir Stellung zum Dokument der Glaubenskongregation vom 15. März 2021. Wir machen deutlich, was im Bistum Hildesheim an vielen Orten und in vielen Gemeinschaften, Einrichtungen und Verbänden praktiziert wird: Menschen sind unabhängig von ihrer sexuellen Identität gleichberechtigter Teil der Kirche. Gottes Segen gilt ihnen und ihren partnerschaftlichen Beziehungen – denn er gilt ohne Ausnahme allen liebevollen Beziehungen.

Der Glaubenskongregation gelingt es bislang nicht, die Sexualethik der Kirche und die ihr zugrundeliegende Schöpfungstheologie in einen konstruktiven Dialog mit heutigen humanwissenschaftlichen Standards zu bringen. Wir nehmen wahr, dass so Menschen Leid zugefügt und die eigene Lehrautorität beschädigt wird.

Daher widersprechen wir der dem Dokument zu Grunde liegenden sexualethischen und theologischen Begründung und gleichermaßen der daraus abgeleiteten Positionierung des Lehramtes. Ebenso widersprechen wir dem Sprachgebrauch des Dokuments, das homosexuelle Menschen nicht als gleichwertigen Teil der Kirche anspricht, sondern ihnen in einem vermeintlichen Akt der Barmherzigkeit begegnet.

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Südbaden nutzt gathertown – Auch die Kongresskneipe freut sich auf Bundesgeschwister

Eine Gebrauchsanweisung von Christoph Laufkötter

Gather-Town (wörtlich: Versammlungs-Stadt) ist ein online-Tool für Besprechungen. Es ermöglicht bis zu 25 Teilnehmern sich in einem digitalen Raum oder Garten zu bewegen, zu treffen und zu unterhalten. Wer mit wem reden kann, hängt vom Ort ab, wo man gerade ist. Alle aktuellen Gesprächspartner werden mit Video angezeigt. Damit können mehrere Unterhaltungen parallel geführt werden und ein Wechsel der Gesprächspartner ist leicht möglich.

Dieses Tool steht jetzt der ND-Region Südbaden ständig zur Verfügung. Man kann sich also jederzeit auch mit jemanden verabreden und sich dann dort virtuell treffen. Gather-Town benötigt keinen anwesenden Administrator. Beim AufbruchsKongress nutzen wir gathertown als Kongresskneipe und als Familienquartier.

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ND-Leitung: „Niemand darf hinter den Goldstandard der Aufklärung zurückfallen“

Angesichts der Diskussionen um die Aufarbeitung der Missbrauchsskandale in der katholischen Kirche stellt sich die ND-Bundesleitung an die Seite der Leitung des Aachener Bistums bei ihrem mutigen Paradigmenwechsel und zeigt Konsequenzen für das verbandliche Handeln des ND auf.

ERKLÄRUNG DER ND-BUNDESLEITUNG:

„Endlich nehmen die Verantwortlichen die Perspektive der Betroffenen ein und fragen öffentlich nach den systemischen Ursachen des Missbrauchs. Das in Aachen vorgestellte Gutachten der Kanzlei Westphal Spilker Wastl macht vor allem Klerikalismus als Triebfeder für die Täter aus und beschreibt ein ‚System der Verantwortungslosigkeit‘.

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