„Der Kardinal“ – Ak Erneuerung startet kollektive Roman-Lektüre

Gemeinsame Lektüre in Corona-Zeiten. Ein Aufruf an Bundesgeschwister, Sympathisanten & Interessierte von Dr. Ulrich Reichmann

Der Arbeitskreis Erneuerung der Kirche startet ins neue Jahr mit einem Experiment, schreibt Ak-Leiter Dr. Ulrich Reichmann an interessierte Bundesgeschwister. „Wir möchten mit Euch gemeinsam ein Buch lesen, den Roman ‚Der Kardinal‘ von Henry Morton Robinson aus dem Jahre 1950. Das vor-konziliare Buch stammt aus der guten alten Zeit – einer heilen katholischen Welt – und spielt ab 1915 in Boston in den USA.

Der irisch-stämmige Autor Morton Robinson entstammt einer 13-köpfigen Familie und läßt auch seinen Helden, Jungkaplan Stephen Fermoyle, diesem Milieu entsprießen. Morton Robinson kann schreiben, er beschreibt die damalige historische, geographische und kirchlich-politische Situation brilliant und packend.

„Der Kardinal“ – Ak Erneuerung startet kollektive Roman-Lektüre weiterlesen

Wenn es die KSJ nicht gebe, müssten wir sie zusammen erfinden!

Eigentlich hätte die KSJ-Bundeskonferenz in Altenberg gleich doppelt jubiliert: 1971 wurde die Arbeitsgemeinschaft von ND-Schülergemeinschaft und Heliand-Mädchenkreis gegründet. Vor zehn Jahren verschmolzen die beiden Verbände zur KSJ. Zur digitalen Feier & Buko überbrachte Joe Menze die Grüße vom ND.

Liebe KSJ’lerInnen und KSJ’ler,

kommt kurz mit auf 1.630 Meter Höhe über Normal Null auf den Schönblickweg nach Südtirol. Stellt Euch die atemberaubende Bergkulisse der Dolomiten und des Latemars vor. Und mitten drin: der Pitschöler Hof, bevölkert mit vierzig KSJ’ler*innen. Einfach Leben! Es gab nur ein Klo und eine Raucherbank – beide mit Bergblick.  Ein schwarzer Schlauch  in der Sonne erhitzte für die Schnellsten von der Bergwanderung das Duschwasser, aber nur für die ersten sechs Leute. Gespült wurde kollektiv in Spülwannen. Dafür gab es heißes Wasser frisch vom Herd.  

Wenn es die KSJ nicht gebe, müssten wir sie zusammen erfinden! weiterlesen

„Mit Mut unterwegs auf dem Synodalen Weg“

Mehr Synodalität wagen, fordert der ND-Herbstrat und hat mit großer Mehrheit einen unterstützenden Antrag beschlossen – Von Joe Menze

Von Joe Menze

Im ND beschäftigen wir schon lange mit dem synodalen Gedanken, etwa mit der von Rolf Eilers initiierten Hirschberg–Ausgabe zur Synode. Im Beschuss zur „gegenwärtigen Lage der katholischen Kirche in Deutschland“ (Köln 2019) haben wir konkrete Forderungen seitens des ND an die synodale Debatte formuliert. Mit unseren Stellungnahmen zu den aktuellen Entwicklungen „Suche nach Wahrheit ist eine Frage der Moral“ (Nov. 2020) „Kirche im Nebel“ (März 2021) haben wir Erwartungen des ND an den synodalen Weg formuliert.

„Mit Mut unterwegs auf dem Synodalen Weg“ weiterlesen

Anders auf Afghanistan blicken

Die Situation in Afghanistan wühlt auf. Sehr scharf kommentierte die Neue Züricher Zeitung: „Der Westen kann die Welt nicht retten.“ Ausführlich debattierte der Bundestag in der letzten Woche die Lage und legitimierte mit großer Mehrheit eine Rettungsmission. „In den 20 Jahren wurde auch die Saat der Freiheit gesät. Daraus erwächst eine moralische Verpflichtung: Wir dürfen die Menschen nicht im Stich lassen!“, erklärte der Bundestagspräsident zu Beginn der Debatte. “

Mit dem Anspruch, Afghanistan nach unseren Vorstellungen und Werten umzugestalten, sind wir gescheitert.“, so Wolfgang Schäuble. Einen Überblick findet Ihr hier. Wer die gesamte Debatte nachlesen will, findet auf den Bundestagsseiten ein höchst lesenswertes Wortprotokoll.

Aber wie erleben Menschen aus Afghanistan die Lage? Ich habe M.-Soleiman Badri gefragt, den ich als reflektiertes Mitglied der afghanisch-islamischen Gemeinde in Paderborn kenne. In den vergangenen Jahren ist er vielfach nach Afghanistan gereist. Zur Zeit telefoniert er täglich mit Verwandten. Ein befreundeter Journalist der aus Afghanistan geflüchtet ist, bestätigt seine Beobachtungen.

Anders auf Afghanistan blicken weiterlesen

Ein Dolmetscher Gottes – Erinnerungen an Bernd Hagenkord

Von Joe Menze.

Er liebte Jazz, war Jesuit, Journalist und eine echt coole Socke. Ein geistvoller Wegbegleiter war Bernd, egal ob in Zeltlagern oder im Schulkeller der St. Ansgar Schule, auf KSJ-Bundeskonferenzen, in der Gabelsberger Straße 19, am Newsdesk von Radio Vatikan oder zuletzt auf dem synodalen Weg. Bernd Hagenkord SJ ist Anfang der Woche gestorben. Ein wahrer Dolmetscher Gottes. 

Ein Dolmetscher Gottes – Erinnerungen an Bernd Hagenkord weiterlesen

Münsteraner Gesprächsabend zum Synodaler Weg am 25. August

Organisiert vom Diözesankomitee + von der Bistumzeitung ‚Kirche & Leben‘ – Ein Tipp von Bernhard Gleitz, Regionalleiter Münster.

Fragen über Fragen: Wie geht es weiter mit dem Synodalen Weg, dem Reformprozess der katholischen Kirche in Deutschland? Welche Chance haben die Wünsche vieler engagierter Katholikinnen und Katholiken nach einer Erneuerung der Kirche? Etwa nach mehr Beteiligung von Laien, besonders von Frauen in Diensten und Ämtern? Wie steht es um die Aufarbeitung von Missbrauch, wie um ein zeitgemäßes Verständnis von Macht, aber auch von Sexualität und Lebensformen? Welche Bedeutung hat der Zölibat der Pries­ter und Bischöfe noch – oder sollte er abgeschafft werden?

Und über all dem: Was von all diesen Themen kann überhaupt im Synodalen Weg entschieden werden, was gehört vielmehr nach Rom? Was kann hier und womöglich schon jetzt auf den Weg gebracht werden?

Münsteraner Gesprächsabend zum Synodaler Weg am 25. August weiterlesen

Hinter’m Horizont Gott entdecken

Sie blicken gemeinsam über den Horizont: Der Pfingstgeist und ein am Montag 75 Jahre alt gewordener Panikrocker – von Joe Menze

„Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden.“ Die Pfingstgeschichte weitergedacht: Klar hat sich die göttliche Botschaft in den unterschiedlichen Sprachmelodien jeweils weiterverbreitet. Und heute? Wie spricht Gott uns an, wo begegnet uns die göttliche Botschaft?  An entlegenen Orten und in überraschenden Personen.

Gerade lese ich in einer überregionalen Zeitung in der Rubrik „Panorama“: „Hinter’m Horizont geht’s weiter hat Udo Lindenberg oft gesungen, selten konnte man diese Zeile besser gebrauchen als im Frühjahr 2021.“ Es kommt aber noch besser. „Zum Geburtstag und überhaupt für sein ehrenamtliches Engagement erfüllt ihm das katholische Bonifatiuswerk einen häufig geäußerten Wunsch und schenkt ihm eine Hundeschlittenfahrt am Nordkap“.

Hinter’m Horizont Gott entdecken weiterlesen

Der digitale ND-Kongress 2021 – Ermutigung und Zeichen des Aufbruchs

Wer nicht den ersten Schritt wagt, kann es beim zweiten nicht besser machen. Ein produktiver Anarchismus liegt in der Luft.

Ein Resümee von Ottmar John, Ibbenbüren

Der ND-Kongress 2021 steht nicht nur unter der Überschrift #ImAufbruch – er ist selbst ein ermutigendes Zeichen des Aufbruchs. Allein schon sein pures Stattfinden beweist die Handlungsfähigkeit des ND. Einerseits achten wir die staatlichen und kommunalen Seuchenschutzbestimmungen, andererseits gibt es Leute im ND, die auch in schier aussichtslos erscheinenden Situationen nicht aufgeben, kreativ nach Wegen suchen und diese dann tatsächlich finden. Das lässt für die Zukunft des ND hoffen.

Gesellschaftliche Probleme und Konflikte sind in Coronazeiten nicht weniger geworden. Im Gegenteil: Corona verstärkte Ungleichheiten und Spaltungen, Benachteiligung und Übervorteilung. In dieser Situation ist es gravierend, wenn staatliche Administrationen oder wirtschaftliche Akteure leichteren Zugang zu alten und neuen sozialen Medien haben. Auch wenn Shitstroms ausbrechen, Hassmails Menschen gezielt fertig machen sollen oder „Gefällt-mir-Buttoms“ geklickt werden, scheuen sich Medien- und Kommunikationsexperten, dieses als aktive Nutzung zu bezeichnen.

Der digitale ND-Kongress 2021 – Ermutigung und Zeichen des Aufbruchs weiterlesen

Hartnäckig dazu beitragen, dass ND und Pfingsten zusammen gehören

Die Herausforderungen der Zeit angenommen – Über Vorbereitungen des Pfingsttreffen

Tillmann Bendikowski, Team Wohldenberg

Einfach weiterEs ist nicht ganz einfach, in diesen bewegten Zeiten den Überblick zu behalten – wir wünschen Euch selbstverständlich allen, dass Euch das in Eurem Alltag und in Euren Familien gelingt. Wir als Vorbereitungsteam versuchen derzeit auch, den Überblick zu behalten, damit ein Pfingsttreffen tatsächlich stattfindet.

Das ist herausfordernd, aber auch spannend und zuweilen durchaus überraschend. Zugleich ist es aber auch schön (vielleicht interessiert es Euch), dass unser kleines Team wirklich toll funktioniert. Wir sehen uns zwar nur digital, dafür aber regelmäßig und mit viel Freude.

Und es geht voran: Wir erfahren innerhalb des ND viel Zuspruch und Unterstützung: Der „AK Netz“ hat sich mit uns getroffen, wir profitieren von den digitalen Erfahrungen der letzten Monate, und es gibt erste hilfreiche Geister, die uns bei unserem Vorhaben auch praktisch unterstützen wollen. Dabei – so viel Optimismus muss gestattet sein – hoffen wir immer noch, zumindest mit einem Teil von Euch real auf den Wohldenberg zu fahren.

Hartnäckig dazu beitragen, dass ND und Pfingsten zusammen gehören weiterlesen

Hildesheimer Erklärung: Segen für diese Welt

Die unten aufgeführten Verbände und Institutionen im Bistum Hildesheim, ua. der ND und die KSJ, zum Nein der vatikanischen Glaubenskongregation zur Segnung homosexueller Paare

Mit unserer Erklärung nehmen wir Stellung zum Dokument der Glaubenskongregation vom 15. März 2021. Wir machen deutlich, was im Bistum Hildesheim an vielen Orten und in vielen Gemeinschaften, Einrichtungen und Verbänden praktiziert wird: Menschen sind unabhängig von ihrer sexuellen Identität gleichberechtigter Teil der Kirche. Gottes Segen gilt ihnen und ihren partnerschaftlichen Beziehungen – denn er gilt ohne Ausnahme allen liebevollen Beziehungen.

Der Glaubenskongregation gelingt es bislang nicht, die Sexualethik der Kirche und die ihr zugrundeliegende Schöpfungstheologie in einen konstruktiven Dialog mit heutigen humanwissenschaftlichen Standards zu bringen. Wir nehmen wahr, dass so Menschen Leid zugefügt und die eigene Lehrautorität beschädigt wird.

Daher widersprechen wir der dem Dokument zu Grunde liegenden sexualethischen und theologischen Begründung und gleichermaßen der daraus abgeleiteten Positionierung des Lehramtes. Ebenso widersprechen wir dem Sprachgebrauch des Dokuments, das homosexuelle Menschen nicht als gleichwertigen Teil der Kirche anspricht, sondern ihnen in einem vermeintlichen Akt der Barmherzigkeit begegnet.

Hildesheimer Erklärung: Segen für diese Welt weiterlesen