Anders auf Afghanistan blicken

Die Situation in Afghanistan wühlt auf. Sehr scharf kommentierte die Neue Züricher Zeitung: „Der Westen kann die Welt nicht retten.“ Ausführlich debattierte der Bundestag in der letzten Woche die Lage und legitimierte mit großer Mehrheit eine Rettungsmission. „In den 20 Jahren wurde auch die Saat der Freiheit gesät. Daraus erwächst eine moralische Verpflichtung: Wir dürfen die Menschen nicht im Stich lassen!“, erklärte der Bundestagspräsident zu Beginn der Debatte. “

Mit dem Anspruch, Afghanistan nach unseren Vorstellungen und Werten umzugestalten, sind wir gescheitert.“, so Wolfgang Schäuble. Einen Überblick findet Ihr hier. Wer die gesamte Debatte nachlesen will, findet auf den Bundestagsseiten ein höchst lesenswertes Wortprotokoll.

Aber wie erleben Menschen aus Afghanistan die Lage? Ich habe M.-Soleiman Badri gefragt, den ich als reflektiertes Mitglied der afghanisch-islamischen Gemeinde in Paderborn kenne. In den vergangenen Jahren ist er vielfach nach Afghanistan gereist. Zur Zeit telefoniert er täglich mit Verwandten. Ein befreundeter Journalist der aus Afghanistan geflüchtet ist, bestätigt seine Beobachtungen.

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Ein Dolmetscher Gottes – Erinnerungen an Bernd Hagenkord

Von Joe Menze.

Er liebte Jazz, war Jesuit, Journalist und eine echt coole Socke. Ein geistvoller Wegbegleiter war Bernd, egal ob in Zeltlagern oder im Schulkeller der St. Ansgar Schule, auf KSJ-Bundeskonferenzen, in der Gabelsberger Straße 19, am Newsdesk von Radio Vatikan oder zuletzt auf dem synodalen Weg. Bernd Hagenkord SJ ist Anfang der Woche gestorben. Ein wahrer Dolmetscher Gottes. 

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Münsteraner Gesprächsabend zum Synodaler Weg am 25. August

Organisiert vom Diözesankomitee + von der Bistumzeitung ‚Kirche & Leben‘ – Ein Tipp von Bernhard Gleitz, Regionalleiter Münster.

Fragen über Fragen: Wie geht es weiter mit dem Synodalen Weg, dem Reformprozess der katholischen Kirche in Deutschland? Welche Chance haben die Wünsche vieler engagierter Katholikinnen und Katholiken nach einer Erneuerung der Kirche? Etwa nach mehr Beteiligung von Laien, besonders von Frauen in Diensten und Ämtern? Wie steht es um die Aufarbeitung von Missbrauch, wie um ein zeitgemäßes Verständnis von Macht, aber auch von Sexualität und Lebensformen? Welche Bedeutung hat der Zölibat der Pries­ter und Bischöfe noch – oder sollte er abgeschafft werden?

Und über all dem: Was von all diesen Themen kann überhaupt im Synodalen Weg entschieden werden, was gehört vielmehr nach Rom? Was kann hier und womöglich schon jetzt auf den Weg gebracht werden?

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Hinter’m Horizont Gott entdecken

Sie blicken gemeinsam über den Horizont: Der Pfingstgeist und ein am Montag 75 Jahre alt gewordener Panikrocker – von Joe Menze

„Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden.“ Die Pfingstgeschichte weitergedacht: Klar hat sich die göttliche Botschaft in den unterschiedlichen Sprachmelodien jeweils weiterverbreitet. Und heute? Wie spricht Gott uns an, wo begegnet uns die göttliche Botschaft?  An entlegenen Orten und in überraschenden Personen.

Gerade lese ich in einer überregionalen Zeitung in der Rubrik „Panorama“: „Hinter’m Horizont geht’s weiter hat Udo Lindenberg oft gesungen, selten konnte man diese Zeile besser gebrauchen als im Frühjahr 2021.“ Es kommt aber noch besser. „Zum Geburtstag und überhaupt für sein ehrenamtliches Engagement erfüllt ihm das katholische Bonifatiuswerk einen häufig geäußerten Wunsch und schenkt ihm eine Hundeschlittenfahrt am Nordkap“.

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Der digitale ND-Kongress 2021 – Ermutigung und Zeichen des Aufbruchs

Wer nicht den ersten Schritt wagt, kann es beim zweiten nicht besser machen. Ein produktiver Anarchismus liegt in der Luft.

Ein Resümee von Ottmar John, Ibbenbüren

Der ND-Kongress 2021 steht nicht nur unter der Überschrift #ImAufbruch – er ist selbst ein ermutigendes Zeichen des Aufbruchs. Allein schon sein pures Stattfinden beweist die Handlungsfähigkeit des ND. Einerseits achten wir die staatlichen und kommunalen Seuchenschutzbestimmungen, andererseits gibt es Leute im ND, die auch in schier aussichtslos erscheinenden Situationen nicht aufgeben, kreativ nach Wegen suchen und diese dann tatsächlich finden. Das lässt für die Zukunft des ND hoffen.

Gesellschaftliche Probleme und Konflikte sind in Coronazeiten nicht weniger geworden. Im Gegenteil: Corona verstärkte Ungleichheiten und Spaltungen, Benachteiligung und Übervorteilung. In dieser Situation ist es gravierend, wenn staatliche Administrationen oder wirtschaftliche Akteure leichteren Zugang zu alten und neuen sozialen Medien haben. Auch wenn Shitstroms ausbrechen, Hassmails Menschen gezielt fertig machen sollen oder „Gefällt-mir-Buttoms“ geklickt werden, scheuen sich Medien- und Kommunikationsexperten, dieses als aktive Nutzung zu bezeichnen.

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Hartnäckig dazu beitragen, dass ND und Pfingsten zusammen gehören

Die Herausforderungen der Zeit angenommen – Über Vorbereitungen des Pfingsttreffen

Tillmann Bendikowski, Team Wohldenberg

Einfach weiterEs ist nicht ganz einfach, in diesen bewegten Zeiten den Überblick zu behalten – wir wünschen Euch selbstverständlich allen, dass Euch das in Eurem Alltag und in Euren Familien gelingt. Wir als Vorbereitungsteam versuchen derzeit auch, den Überblick zu behalten, damit ein Pfingsttreffen tatsächlich stattfindet.

Das ist herausfordernd, aber auch spannend und zuweilen durchaus überraschend. Zugleich ist es aber auch schön (vielleicht interessiert es Euch), dass unser kleines Team wirklich toll funktioniert. Wir sehen uns zwar nur digital, dafür aber regelmäßig und mit viel Freude.

Und es geht voran: Wir erfahren innerhalb des ND viel Zuspruch und Unterstützung: Der „AK Netz“ hat sich mit uns getroffen, wir profitieren von den digitalen Erfahrungen der letzten Monate, und es gibt erste hilfreiche Geister, die uns bei unserem Vorhaben auch praktisch unterstützen wollen. Dabei – so viel Optimismus muss gestattet sein – hoffen wir immer noch, zumindest mit einem Teil von Euch real auf den Wohldenberg zu fahren.

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Hildesheimer Erklärung: Segen für diese Welt

Die unten aufgeführten Verbände und Institutionen im Bistum Hildesheim, ua. der ND und die KSJ, zum Nein der vatikanischen Glaubenskongregation zur Segnung homosexueller Paare

Mit unserer Erklärung nehmen wir Stellung zum Dokument der Glaubenskongregation vom 15. März 2021. Wir machen deutlich, was im Bistum Hildesheim an vielen Orten und in vielen Gemeinschaften, Einrichtungen und Verbänden praktiziert wird: Menschen sind unabhängig von ihrer sexuellen Identität gleichberechtigter Teil der Kirche. Gottes Segen gilt ihnen und ihren partnerschaftlichen Beziehungen – denn er gilt ohne Ausnahme allen liebevollen Beziehungen.

Der Glaubenskongregation gelingt es bislang nicht, die Sexualethik der Kirche und die ihr zugrundeliegende Schöpfungstheologie in einen konstruktiven Dialog mit heutigen humanwissenschaftlichen Standards zu bringen. Wir nehmen wahr, dass so Menschen Leid zugefügt und die eigene Lehrautorität beschädigt wird.

Daher widersprechen wir der dem Dokument zu Grunde liegenden sexualethischen und theologischen Begründung und gleichermaßen der daraus abgeleiteten Positionierung des Lehramtes. Ebenso widersprechen wir dem Sprachgebrauch des Dokuments, das homosexuelle Menschen nicht als gleichwertigen Teil der Kirche anspricht, sondern ihnen in einem vermeintlichen Akt der Barmherzigkeit begegnet.

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Ein Psalm – inspitiert von Maria 2.0

Von Bernd Weckwerth

Dieser Psalm ist in Anlehnung an die sieben Thesen der katholischen  Initiativgruppe Maria 2.0 entstanden, die am 21. Februar 2021 an viele Kirchentüren hangen. Bernd Weckwerth, Pfarrer in Ockstadt und Mitglied in der geistlichen ND-Leitung, hat die Thesen umformuliert, so dass sie wie ein Psalm gebetet werden können und lebendig bleiben.

HInweise vorab: Psalm 2.0 Antiphon (Kehrvers = KV) nach Gal 3, 28. In eckigen Klammern finden sich Verweise auf Bibelstellen. (* = eine kurze Pause einhalten)

Antiphon: Wir alle sind durch die Taufe nicht mehr Juden und Griechen, nicht mehr Sklaven und Freie, nicht mehr Männer und Frauen, sondern eins in Jesus Christus.

(1) Immer noch, o Herr, haben sich die Männer in deiner Kirche Vorrechte gesichert, die ihnen gar nicht zustehen,* beanspruchen Männer das priesterliche Weihesakrament  und die damit verbundene Leitungsgewalt nur für sich alleine. [Ex 40,14 f]

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Aufbruch: Das Weizenkorn muss sterben

AufbruchsGedanken von Gabriele Freiwald

Für den 5. Fastensonntag letzte Woche hatte ich den Familien-Zoom-Gottesdienst unserer Gemeinde vorbereitet und mich leider erst Mitte der Woche mit den Texten des Sonntags beschäftigt. So war es schon ein bisschen spät, um verschiedene Stadien von gekeimten Weizen für den Sonntag vorzubereiten. Im Küchenschrank fand sich aber noch ein Rest Weizen.

Und da ich mal gehört hatte, dass man am Palmsonntag noch für ein Ostergärtchen aussäen kann, dachte ich, ich könnte wenigstens am Sonntag ein paar Keime zeigen. So wurde der Weizen auf Watte ausgebracht, gewässert und ans Fenster gestellt. Bis Sonntag tat sich – nichts. Ganz schön hart die Schale von so einem Weizenkorn. Die muss ja erstmal „aufbrechen“, kaputt gehen, bevor sich neues Leben zeigen kann.

Naja, der Gottesdienst war trotzdem schön (zum Glück kann man bei so einem zoom-Gottesdienst ja schöne Bilder aus dem Internet zeigen, wie sich so eine Weizenpflanze entwickelt), und zum Schluss haben alle Teilnehmer (neu gekauften) Weizen gesät.

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Ak Netz will digitales KnowHow im Verband stärken – Antrag an den Rat

„Wir haben dieses Jahr schon sehr viel in Sachen Digitalisierung erreicht, allerdings benötigt die weitere Entwicklung auch finanzielle Ressourcen. Durch die Pandemie haben die Veranstaltungen teilweise viel Geld gespart“, schreiben Tobias Heiny, Tilmann Laufkötter und Max Große-Hünfeld, das Leitungsteam des Ak Netz. Im Arbeitskreis koordinieren sich die Vorbereitungsteam der Werkwochen und der Pfingsttreffen.

Deshalb beantragen sie: „Die veranschlagten Budgets, die den Veranstaltungen (Pfingsttreffen Wohldenberg 2021, Pfingsttreffen Venusberg 2021, Pfingsttreffen Steinerskirchen 2021, WeWo [Werkwoche] Heiligenstadt 21/22, WeWo Münster 21/22, WeWo Roggenburg 21/22, WeWo Stapelfeld 21/22) aus dem Budget 2021 zustehen, aber nicht verwendet wurden, sollen für die Digitalisierung des Verbandes (jegliche Art von teilenden und lehrenden Veranstaltungen; Vernetzung) investiert werden. Insbesondere die Verbesserung der Innen- und Außenkommunikation des Verbandes durch digitale Tools, und die Befähigung der Mitglieder im Umgang mit diesen Tools soll im Fokus stehen.“

Der AK-Netz hält es auch vor den folgenden Hintergründen für sinnvoll, dass wir auch digital enger zusammenrücken:

  • Umweltschutz durch weniger Fahrten,
  • Personalgemeinde,
  • Einbindung auch nicht mehr reisefähiger Bundesgeschwister,
  • niederschwellige Partizipationsmöglichkeit an Angeboten,
  • geringerer zeitlicher und finanzieller Aufwand für Vorbereitung und Durchführung von Veranstaltungen.

Auch darüber wird der ND-Rat entscheiden. Wer die Diskussionen mitverfolgen will, muss sich online registrieren. Die Geschäftsstelle verschickt dann Zoom-Link und die Ratsunterlagen.