Marienburg – Des Jubiläums zweiter Tag

(Samstag) „Heute habe ich oft Sätze oder nur Halbsätze aus angeregten Gesprächen aufgeschnappt, in denen alle Geschichten von der Burg erzählt haben“, reflektiert Bernd, Geistlicher Leiter der KSJ im Festzelt beim Abendlob den Tag. Aber noch intensiver als die sehr unterschiedliche Augenblicke der Burggeschichten sei das Funkeln in den Augen, den jungen wie alten, gewesen. Zweifellos die Beobachtung des Tages. Keine wirklich überraschende Entdeckung, aber darin spiegele sich die Präsens und Nähe Gottes, deutet der KSJ-Geist das Geschehen.

Tagsüber ist öfters der Begriff „Kirche am Ort“ gefallen. Auf der Marienburg lebt sie auf.  Wenn die Führerin durch das Sieger-Köder-Museum so farbig von seinem Werken und Wirken erzählt, dass ein Gefühl von Gottesdienst herrscht. Wenn der Sohn, der seinen hochbetagten, aber noch sehr fitten Vater zur Burg begleitet hat, jetzt plötzlich die Quelle der glücklichen Jugenderinnerung seines Vaters nachvollziehen kann.

Dabei war der Tag von schwierigen Entscheidungen geprägt gewesen. Schließe ich mich der Burgführung von den pfiffigen KSJ-Duos an, die fast alle Fragen zum Burglebens beantworten können und fast alle Burgwinkel präsentieren? Oder begebe ich im Glaskasten auf eine historische BIlderreise, wo Fotos nicht nur uralte Ausweise vom Widerstand und Neu-beginnen erzählen, sondern auch vom gemeinsamen Kartoffelschälen und KSJ-Oberstufenaktivitäten?

Nachmittags ist dann die Entscheidung gefordert: Fahre ich mit nach Ellwangen ins Sieger-Köder-Museum oder höre ich mir im Rittersaal den Vortrag von Ignaz Bender an, der -statt des Veto-blockierten UN-Sicherheitsrat wagemutig plädiert für eine allgemeine Wahl zum Weltparlament, das dann mehrheitlich entscheiden darf?

Später diskutieren Sophl und Wolfgang im Rittersaal über die aktuellen Herausforderungen und Ärgernisse des persönlichen und verbandlichen Kirche-seins. Mittels fishball springt die Debatte schnell ins Auditorium über. Aber auch hier muss ich mich entscheiden, hocke ich mich auf den freien Platz bei der jüngeren oder älteren Generation? Eine höchst intensive und kurzweilige Reflexion. Spannende Glaubensgeschichten.

Summa summarum: Es ist zwar hart, aber so schlimm dramatisch ist das Entscheiden dann doch nicht. Denn es ist die Qual zwischen ansprechenden und in jedem Fall sehr anrührenden Programmalternativen.

Abends glossiert der Rock’n’Roller, Patoral- und Innovationsreferent Johannes Müller das alltägliche kirchliche Dasein und erntet Lachsalven. Auch vom inzwischen eingetroffenen Kardinal und Bundesbruder. Darüber wurde es Abend.

Redaktioneller Hinweis: Das Titelbild  zeigt den Bergfried beim 80-jährigen Burgjubiläum. So schönes Wetter hatten wir jetzt nicht, aber die Verbundenheit der zwei Verbände passt. Eine aktuelle Bebilderung kommt.

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