Ein Psalm – inspitiert von Maria 2.0

Von Bernd Weckwerth

Dieser Psalm ist in Anlehnung an die sieben Thesen der katholischen  Initiativgruppe Maria 2.0 entstanden, die am 21. Februar 2021 an viele Kirchentüren hangen. Bernd Weckwerth, Pfarrer in Ockstadt und Mitglied in der geistlichen ND-Leitung, hat die Thesen umformuliert, so dass sie wie ein Psalm gebetet werden können und lebendig bleiben.

HInweise vorab: Psalm 2.0 Antiphon (Kehrvers = KV) nach Gal 3, 28. In eckigen Klammern finden sich Verweise auf Bibelstellen. (* = eine kurze Pause einhalten)

Antiphon: Wir alle sind durch die Taufe nicht mehr Juden und Griechen, nicht mehr Sklaven und Freie, nicht mehr Männer und Frauen, sondern eins in Jesus Christus.

(1) Immer noch, o Herr, haben sich die Männer in deiner Kirche Vorrechte gesichert, die ihnen gar nicht zustehen,* beanspruchen Männer das priesterliche Weihesakrament  und die damit verbundene Leitungsgewalt nur für sich alleine. [Ex 40,14 f]

(2) Wir aber glauben an eine christliche Kirche, in der alle Menschen am gemeinsamen Sendungsauftrag Anteil haben,* wo Frauen in gleicher Weise an der Leitung der Gemeinden und der Ortskirchen und am Priesteramt beteiligt sind. [Gal 3, 28]

(3) Viel zu lange haben in unseren Reihen einige der Diener Gottes ihre Autorität über andere in schrecklicher Weise missbraucht.* werden die Verantwortlichen für ihre Gewalttaten durch ihre führenden Mitbrüder nicht gebührend zur Rechenschaft gezogen.

(4) Durch strenge Vorschriften haben die Schriftgelehrten und Kirchenführer auch uns Christen schwere Lasten aufgelegt wurde die Wertschätzung von Partnerschaft, Ehe und Familie durch lebensfremde Moralvorstellungen schwer beschädigt. [Mt 23,4]

(5) Obwohl alle Apostel verheiratet waren, wurden ihre Nachfolger 1000 Jahren später eigenmächtig zur Ehelosigkeit verpflichtet,* und wer sich aus Liebe zu einer Frau nicht mehr daran zu halten in der Lage sah, wurde samt seiner Familie in die Wüste geschickt. [1Kor 9,5]

(6) Herr, du weißt ja, wie sehr die Katholische Kirche daher in der heutigen Gesellschaft immer mehr an Glaubwürdigkeit verliert,* lass nicht zu, dass schlechte Verwalter sich selbst bereichern und mit ihrer Prunksucht die Kirche in ein falsches Licht rücken. [Lk 16,13]

(7) Deiner Frohen Botschaft wollen wir im Dialog mit den Menschen auch heute Gehör verschaffen durch überzeugendes Auftreten.* religiöse Führer aber, denen die alten Gesetze nur dazu dienen, eigenen Macht zu erhalten, waren schon Jesus ein Dorn im Auge. [Lk 11,52]

(8) Ehre sei der Heiligen DREIFALTIGKEIT*, und ihren wunderbaren Wegen in der Schöpfung, der Erlösung und im Heiligen Geiste,

(9) dem einen Gott*, in alle Ewigkeit. AMEN [OSB-Version in Jerusalem] KV

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.