{"id":1769,"date":"2022-02-23T14:52:19","date_gmt":"2022-02-23T13:52:19","guid":{"rendered":"https:\/\/nd-blog.de\/?p=1769"},"modified":"2022-02-23T18:51:21","modified_gmt":"2022-02-23T17:51:21","slug":"p-diethard-zils-op-beauftragt-und-gesandt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nd-blog.de\/?p=1769","title":{"rendered":"\u201eBeauftragt und gesandt\u201c \u2013\u00a0 Diethard Zils feiert 60j\u00e4hriges Jubil\u00e4um seiner Priesterweihe."},"content":{"rendered":"\n<p>Einige Stichworte m\u00f6gen gen\u00fcgen, um den vielf\u00e4ltigen Lebensweg von Diethard Zils OP anzudeuten. Als Dominikaner war er in Br\u00fcssel, dem Herzen Europas ebenso aktiv, wie in den postsowjetischen L\u00e4ndern Bosnien und Lettland. Polen, Ukraine und Russland sind ihm ebenso vertraut wie das katholische Rheinland zwischen D\u00fcsseldorf und Mainz. Nicht nur zahlreiche Gotteslob-Lieder geben Zeugnis von seiner fr\u00f6hlichen Musikalit\u00e4t. Er ist ein Sprachen- und Verst\u00e4ndigungstalent.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>In vielf\u00e4ltiger Weise hat Diethard den Bund gepr\u00e4gt. Beim der KSJ-Plattform war er ein inspirierender KSJ-Bundeskaplan. Im \u00a0M\u00e4nnerring hat er sich um den Ak Osteuropa gek\u00fcmmert, die ND-Werkwochen in M\u00fcnster begleitet und beim digitalen AufbruchsKongress mit uns den liturgischen Ausklang in der Chagall-Kirche St. Stephan gefeiert.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Gestern feierte Diethard in der Mainzer Dominikanerkirche St. Bonifaz das sechzigj\u00e4hrige Jubil\u00e4ium seiner Priesterweihe, das er unter dieses Leitwort gestellt hat: \u201eBeauftragt und gesandt, das Durchscheinen Gottes in allen Verh\u00e4ltnissen wahrzunehmen, und Gottes Menschenvolk diesen ermutigenden Zugang zu dieser Erfahrung zu \u00f6ffnen.\u201c Die Sehnsucht nach Frieden durchzog den Gottesdienst, angesichts der kriegerischen Situation in der (Ost)Ukraine und der russischen Invasion.<\/p>\n\n\n\n<p>Viele Segensw\u00fcnsche und Erinnerungen von Bundesgeschwistern spiegelten sich in dem &#8222;gemeinsamen Lebensweg&#8220;, den Ute Stachelhaus-Theimer um das Taufbecken herum gestaltet hatte. Zur Hommage steuerten Ottmar John und Joe Menze die folgenden Briefe bei.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><strong>Das Fest unserer Befreiung<\/strong><\/p><cite>Von Ottmar John<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Lieber Diethard,<\/p>\n\n\n\n<p>erinnerst Du Dich an die Zeit als wir \u00fcber die \u201ePlattform\u201c&nbsp; stritten? Plattform, das war ja das Selbstverst\u00e4ndnispapier der KSJ, in dem der tiefe Satz unseres Glaubens steht: \u201eHerrschaft Gottes ist alternativ zu jeder menschlichen Herrschaft.\u201c Und in der steht, dass wir auf diesen Gott hoffen, der im Tiefenstrom der Religionsgeschichte immer wieder durch Wort und Tat bezeugt worden ist. Im Streit um jede Zeile der Plattform ist uns aufgegangen, dass wir von diesem Gott nur aufrichtig reden k\u00f6nnen, wenn wir selbst Hand anlegen \u2013 gegen jede Herrschaft, die Menschen ihrer W\u00fcrde beraubt und die Zukunft der Menschheit bedroht.<\/p>\n\n\n\n<p>Erinnerst Du Dich an die Zeit, in der wir eine neue Sprache fanden, unsere Hoffnung zu feiern? Und neue Lieder sangen und neue Worte fanden, den zu loben und zu preisen, der uns durch sein Leben und Sterben, seinen Tod und Auferstehung fest versprochen hat, dass seine Herrschaft schon jetzt beginnt \u2013 wenn wir nur wollen, wenn wir anfangen, wenn wir uns auf den Weg machen.<\/p>\n\n\n\n<p>Erinnerst Du Dich an die Zeit, in der wir das Fest unserer Befreiung feierten. Und beim Feiern inne wurden, dass auch wir gemeint sind mit der Verhei\u00dfung der Befreiung \u2013 aus dem Irrtum, dass man sein Gl\u00fcck auf Kosten andere finden k\u00f6nne, aus den t\u00f6dlichen Gewohnheiten des Immer-weiter-so, aus der Schuld der Ignoranz gegen\u00fcber der Zukunft der Menschheit.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr diese Erinnerungen nicht weniger warst Du, lieber Diethard, ein wichtiger Impulsgeber mit Deiner Phantasie, die sich im Blick auf das Unrecht in der Welt entz\u00fcndete, mit Deiner Kreativit\u00e4t, die der Zuneigung zu den Menschen entsprang, mit Deiner \u00dcberzeugungskraft, die sich aus Deinem tiefen Gottvertrauen speiste.<\/p>\n\n\n\n<p>Diese Erinnerungen wirken. Was wir damals mit Dir als jungem Pater erlebten, ist nicht vorbei, nicht in die Vergangenheit entsorgt, kein Opfer der Furie des Verschwindens geworden. Viele von uns haben den Geist des Aufbruchs aus Plattformzeiten bewahrt. Immer wieder begegne ich Menschen, die nicht nachlassen, f\u00fcr die Herrschaft Gottes einzustehen \u2013 auch wenn wir heute einsehen m\u00fcssen, dass der Weg dorthin m\u00fchseliger ist als es damals schien. Denn unsere Hoffnung und Zuversicht resigniert nicht vor den immer gr\u00f6\u00dferen Herausforderungen, sondern bef\u00e4higt uns, sie realistisch einzusch\u00e4tzen und Niederlagen zu ertragen.<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Geist bleiben wir verbunden.<\/p>\n\n\n\n<p>Ottmar<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p><strong>Weil da noch ein kleiner Funke Hoffnung ist.<\/strong><\/p><cite>Von Joe Menze.<\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Lieber Diethard,<\/p>\n\n\n\n<p>diese Kneipe w\u00fcrde Dir sicher gefallen. Rot-orange W\u00e4nde mit Kunstinstallationen, \u201ePer aspera ad astra\u201c plus Hirschgeweih, \u00fcber dem Ausgang ein schwarzwei\u00dfer Karl Marx mit dem Songtitel drunter: \u201eHow much is the fish?\u201c Ein Treffpunkt f\u00fcr zeitgen\u00f6ssische Literaten und Poetry-Slammer*innen. Morgen gibt es ein Musikquiz und es spielt ein \u201eGitarrengott\u201c. Und nat\u00fcrlich: Das Astra-Bier und andere au\u00dferordentliche Sorten sind bek\u00f6mmlich. Sollte es Dich nach Paderborn verschlagen, die Einladung in mein erweitertes Wohnzimmer steht: \u201eSPUTNIK\u201c, Imadstr.7.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dort k\u00f6nnten wir \u00fcber die ernste Lage auf unserem quietschenden Planenten reden. Wie kann Putin die Volksrepubliken Donezk und Luhansk anerkennen? Weil er, ganz simpel, es kann? Weil seit Trump (als Spitze des Eisberges von diktatorischen Ego-Shootern) das sorgsam gekn\u00fcpfte Netz des Multilateralismus nicht gepflegt, sondern willentlich zerfetzt wurde? Die alten Kriegsgespenster sind zur\u00fcck und erschreckend wirklichkeitstreu. Dich als fast unerm\u00fcdlichen Friedensbotschafter und weitgereisten Europaversteher kann ich fragen: Was ist los auf unserem alten Kontinent? K\u00f6nnen wir das Klima noch retten?<\/p>\n\n\n\n<p>Auf der Zugfahrt zum Weihejubil\u00e4um touchiere ich gleich den K\u00f6lner Dom. Was f\u00fcr n\u00e4rrische Zeiten! S\u00e4uberlich sind die Einladung an Lebensk\u00fcnsterler:innen zum Aschermittwoch Gottesdienst und samt Empfang gedruckt &amp; verschickt, aber der Kardinal scheut die Gl\u00e4ubigen und sich rapide leerende Kirchenb\u00e4nke. Er fr\u00f6nte schon l\u00e4nger den Machtgel\u00fcsten. Verdient dieser Mensch, wenn wir uns an Barmherzigkeit erinnern, nicht auch eine zweite Chance? Eine siebenmalsiebzigste Chance? Oder hat er sie, sp\u00e4testens mit dem Gutachten-T\u00f6dder, nicht schon l\u00e4ngst verwirkt? Ich bin mir nicht sicher, ob es sich noch lohnt, dar\u00fcber zu reden? Wenden wir uns lieber Gott* zu.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber Deine Meinung interessiert mich. Weil da noch ein kleiner Funke Hoffnung ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Lieber Diethard, in dieser verr\u00fcckten Welt bist Du f\u00fcr mich mit Deiner glaubw\u00fcrdigen &amp; solidarischen, demokratischen &amp; uneigenn\u00fctzigen Haltung ein Ankerpunkt, ja ein Leuchtturm mit Deiner Musikalit\u00e4t und Sprachtalenten. Whow, was f\u00fcr ein inspirierender Lebensweg. Es ist immer ein grandioses, viel zu seltenes Vergn\u00fcgen, Dich zu treffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Jetzt k\u00f6nnte ich auf eine sentimental journey gehen und von bewegten KSJ-Zeiten schw\u00e4rmen: N\u00e4chtelange Kontroversen um eine \u201alinksgr\u00fcn-versiffte\u2018 Plattform auf den Fundamenten, die Du mit gelegt hast, Quartern um halb f\u00fcnf in der Fr\u00fch auf der Marienburg, unglaublich harmonische Beatmessen in der Johannes-Kirche mit Ruhama, das K\u00f6pfe-Zusammenstecken auf der Werkwoche in M\u00fcnster oder den Glanz des g\u00f6ttlichen Bogens in den Wolken in St. Stephan zum liturgischen Ausklang des digitalen Kongresses.<\/p>\n\n\n\n<p>Deine Erlebnisse und Erfahrungen \u00f6ffnen den Blick ins Weite, auf bessere Zeiten, die schon angefangen hatten zu reifen. Egal, ob Du von dominikanischen Glaubensmissionen in Br\u00fcssel oder Osteuropa erz\u00e4hltest oder davon, dass selbstverst\u00e4ndlich zuerst die KSJ\u2019ler*innen auf Bundeskonferenz ihre Wahl trafen, bevor die Bischofskonferenz gefragt wurde, oder dem ND-Wanderstammtisch zu Mainz. Wie gut, dass Du letztens dem Tod von der Schippe gesprungen bist.<\/p>\n\n\n\n<p>An dieser Stelle darf ich einmal Josef Kr\u00f6ger zitieren, der immer von \u201ePosaunenengeln Gottes\u201c redete. So einer bist Du \u2013 zumindest in meinen Augen. Der Vorteil: Handfest hier auf Erden. Theolog:innen w\u00fcrden wohl von prophetischen Missionen sprechen. Ich bin \u00fcberzeugt, dass unsere Welt &amp; Zeit, jener Teil jedenfalls, der halbwegs bei Sinnen ist, danach d\u00fcrstet.<\/p>\n\n\n\n<p>Ach ja, ich soll Dich von diversen Weggef\u00e4hrten &amp; Weggenossinnen herzlich gr\u00fc\u00dfen. Auch von Adda Schade, dem Wirt des \u201aSputnik\u2018. Als wir gestern Abend auf Kneipenseelsorge zu sprechen kamen, meinte der Kollege des Thekengeschehens: Zuh\u00f6ren und Mitf\u00fchlen sei eine unverzichtbare Qualit\u00e4t. Und zwischendurch im Miteinander ein Bier zischen. Oder eine Brause von einer lokalen Brauerei.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ad multos Annos!<\/p>\n\n\n\n<p>joe<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einige Stichworte m\u00f6gen gen\u00fcgen, um den vielf\u00e4ltigen Lebensweg von Diethard Zils OP anzudeuten. Als Dominikaner war er in Br\u00fcssel, dem Herzen Europas ebenso aktiv, wie in den postsowjetischen L\u00e4ndern Bosnien und Lettland. Polen, Ukraine und Russland sind ihm ebenso vertraut wie das katholische Rheinland zwischen D\u00fcsseldorf und Mainz. 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