{"id":1199,"date":"2020-04-19T13:24:18","date_gmt":"2020-04-19T11:24:18","guid":{"rendered":"http:\/\/nd-blog.de\/?p=1199"},"modified":"2020-04-19T13:24:18","modified_gmt":"2020-04-19T11:24:18","slug":"tagesprophet-samstag-18-april","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nd-blog.de\/?p=1199","title":{"rendered":"Tagesprophet #Samstag, 18. April"},"content":{"rendered":"\n<p>Wir lassen den <a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"https:\/\/nd-blog.de\/?p=1056\" target=\"_blank\"><strong>Mainzer AufbruchsKongress<\/strong><\/a> nicht sanglos und klanglos verstreichen. Ein \u201aTagesprophet\u2018 an alle Teilnehmer*innen und Interessierte enth\u00e4lt jeweils einen Fragebogen, Geistlichen Impuls und ein Quiz. Auf dem ND-Blog ver\u00f6ffentlichen wir den t\u00e4glichen Fragebogen. <\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading\"><strong>Fragen zur Zeit: <span style=\"color:#9c55b1\" class=\"has-inline-color\">Elmar Sulk, Washington<\/span><\/strong><\/h4>\n\n\n\n<p>Aus \u00dcbersee kommen die Antworten des vorletzten Fragebogens. Genauer gesagt aus Washington DC.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong><em>Hand auf\u2018s Herz: Erlebst du gerade die Zeit als Entschleunigung oder als puren Krisenstress? Was besch\u00e4ftigt dich gerade?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich pers\u00f6nlich erlebe diese Zeit als eine Mischung aus beiden, eher aber als Entschleunigung, weil \u201ehome office\u201c zu einer anderen Form des Arbeitens f\u00fchrt &#8211; nicht der Takt der Metro bestimmt, wann ich anfange zu arbeiten, sondern meine Entscheidung, wann ich den laptop aufmache. Und nicht die Autos der rush hour wecken mich morgens in einem Washingtoner suburb, sondern die singenden V\u00f6gel. Zwar gibt es immer noch deadlines, und messbare Erfolge werden erwartet, aber insgesamt ist aus einem Neun-Stunden- ein 15-Stunden-Werktag geworden, mit manchen langen Pausen zwischendurch. Und sei es zum Kartenspiel mit der Familie, denn die Kinder (17 und 19) sind ja auch nicht in der Schule bzw. im College.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong><em>Hat das Corona-Virus dein Leben umgekrempelt? &nbsp;<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Umgekrempelt ist zuviel gesagt, aber gerade beruflich sehr ver\u00e4ndert. Ich arbeite in den USA (Washington) im gesellschaftspolitischen Umfeld und bin auf Kontakte zum Kongress, zu den Ministerien, zu den Universit\u00e4ten und think tanks angewiesen. Ausserdem bin ich in der Regel ja viel mit Besuchern aus Deutschland in den USA unterwegs. Diese Kontakte und Reisen finden nun \u00fcberhaupt nicht statt. Das empfinde ich schon als starke Ver\u00e4nderung, genauso wie die fehlenden privaten Treffen mit Freunden zum Bier oder Pokern. Als Familie leben wir nun wieder auf absehbare Zeit (Juli? August?) unter einem Dach und sind froh, genug Platz zu haben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong><em>Was ist derzeitig der schmerzlichste Verzicht?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dar\u00fcber habe ich lange nachgedacht, und antworte ganz im Ernst: Der Verlust meines w\u00f6chentlichen aktiven Fu\u00dfballspiels, weil es Ausdruck des Normalseins ist. Normal ist momentan wenig. Nichts spontan machen zu k\u00f6nnen, alles muss geplant werden, das f\u00e4llt mir auch schwer. Wann geht man einkaufen, hat man seine Gesichtsmaske dabei, wann ist die beste Zeit f\u00fcr Fahradfahren oder Joggen&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong><em>Was gibt dir Hoffnung?&nbsp;<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Achtsamkeit der vielen Leute, die um uns wohnen und denen man begegnet. Alle sind nach f\u00fcnf Wochen Ausnahmezustand immer noch ruhig, sehr freundlich zueinander und verbreiten das Gef\u00fchl, dass wir alle gemeinsam mitmachen und die Regeln einhalten m\u00fcssen. Diese Geduld h\u00e4tte ich so nicht erwartet. Man kann auch mit mehr Leuten als vorher dar\u00fcber sprechen, was sich in den USA&nbsp;\u00e4ndern muss, von der Hilfe&nbsp;f\u00fcr die vielen Arbeitslosen bis hin zu einer endlich funktionierenden Gesundheitsversicherung f\u00fcr alle.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong><em>Wie kommst du durch die gottesdienstlose Zeit?&nbsp;<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bibel und das Gotteslob liegen bereit. Die deutschsprachige Gemeinde in Washington trifft sich sonntags via Zoom zum Gottesdienst, das funktioniert erstaunlich gut mit einer konzentrierten Atmosph\u00e4re und dem Gef\u00fchl, dass wir als Gemeinde gemeinsam feiern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong><em>Deine Lieblingsmusik?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Tja, was hat uns Bob Dylan in seinen Liedern zu sagen, reicht das als Antwort? In letzter Zeit h\u00f6re ich sehr viel Bach, Wohltemperiertes Klavier rauf und runter und wieder rauf.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong><em>Hast Du einen Literaturtipp f\u00fcr uns?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Um die USA besser zu verstehen: Michelle Obama, Becoming. Aber das haben eh schon alle gelesen&#8230;.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong><em>Was sollte man sich im Netz unbedingt anschauen?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Es gibt viele Angebote gerade musikalischer Art im Netz, die nun frei geschaltet sind. \u201eunbedingt\u201c ist aber ein zu starkes Wort. Einfach mal st\u00f6bern, ist mein Ratschlag.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong><em>Was wird das Erste sein, was du nach der Corona-Krise gr\u00f6\u00dftem Vergn\u00fcgen machst?&nbsp;<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Da bin ich selber drauf gespannt, was das gr\u00f6\u00dfte Vergn\u00fcgen bereiten wird. Aber zum Flughafen zu fahren und endlich meine Eltern wieder in Deutschland besuchen zu k\u00f6nnen, wird sicher dazu geh\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong><em>Wenn das Corona-Schlamassel einigerma\u00dfen \u00fcberwunden ist: &nbsp;Welche Erkenntnis oder Lernerfahrungen sollte die Gesellschaft beherzigen?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich wiederhole das Wort: Achtsamkeit. Auch, weil dieses Corona-Schlamassel vielleicht nie mehr ganz&nbsp;\u00fcberwunden wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong><em>Was muss dann in der Kirche anders geworden sein?&nbsp;<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ach, die ganz gro\u00dfen Sachen m\u00fcssen sich&nbsp; \u00e4ndern. Man kann ja die Zeit bis zur Entwicklung eines Impfstoffes gegen das Virus nicht mit der W\u00fcnschbarkeit der Ver\u00e4nderung in der Kirche verkn\u00fcpfen, aber ich mache es mal trotzdem: Innerhalb der n\u00e4chsten 12-18 Monate manche Papstentscheidung zum Zugang zum Weiheamt und die Einberufung eines 3. Vatikanischen Konzils w\u00e4ren schon cool.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-right\"><strong><em>Was Du immer noch sagen wolltest \u2026.<\/em><\/strong> <\/p>\n\n\n\n<p>Ohne den ND fehlt etwas ganz Wichtiges auch in meinem Jahresablauf in den USA. Manchmal teilt man die Freude an einem Pfingsttreffen nur am Telefon mit einem Teilnehmer, auch das ist wichtig. Deshalb auf ein Wiedersehen oder Kennenlernen im n\u00e4chsten Jahr in Mainz!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir lassen den Mainzer AufbruchsKongress nicht sanglos und klanglos verstreichen. 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